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Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine zur Schulmedizin komplementäre Medizin, bei der durch manuelle Techniken Dysfunktionen (siehe Punkt „Was sind osteopathische Dysfunktionen“), die Gesundheit und Wohlbefinden beeinträchtigen, gefunden und gelöst werden können. Dabei versteht sie sich als ganzheitliches Behandlungskonzept, bei dem die Gesundheit des Menschen im Mittelpunkt steht. Hierbei wird der Mensch in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele erfasst. Dadurch, dass jede Behandlung individuell auf den Patienten, vor dem Hintergrund seiner Lebens- und Krankengeschichte seiner sozialen Situation sowie seiner aktuellen körperlichen und psychischen Beschaffenheit abgestimmt wird, ist es möglich, alle Menschen, unabhängig von Alter oder individueller Situation, zu behandeln. 

Was sind osteopathische Dysfunktionen?

Der Mensch hat die Fähigkeit, bei Verletzungen und Traumata die eigenen Wunden zu heilen und Narbengewebe zu bilden. Diese natürliche Fähigkeit kann jedoch in kleinen Bereichen gestört sein, sogenannten osteopathischen Dysfunktionen. Dort verhärtet sich durch Wasserverlust das Körpergewebe. Es verliert an Elastizität und wird schlechter durchblutet. So wird die Ernährung des Gewebes mit Nährstoffen, der Abtransport von Abbauprodukten und die immunologische Versorgung eingeschränkt. Über mechanische Spannungen, Entzündungsmediatoren, Abbauprodukte und Neurotransmitter können osteopathische Dysfunktionen großen Einfluss auf den gesamten Organismus bekommen. Jede osteopathische Dysfunktion in einem Gewebe (Muskeln, Bänder, Faszien, Bindegewebe, Knochen, Organe) kann eine Störung des gesundheitlichen Gleichgewichts nach sich ziehen. Dadurch können sich Beschwerden und Krankheiten entwickeln. 

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Wie läuft eine osteopathische

Behandlung ab?

Eine Behandlung dauert in der Regel ca. eine Stunde. Bei dem ersten Termin erfolgt zunächst eine gründliche und ausführliche Anamnese. Hierbei wird auf die Lebens-und 

Krankheitsgeschichte des Patienten eingegangen. Anschließend untersucht der Osteopath mit seinen Händen den gesamten Körper des Patienten. Ziel dabei ist es, sich ein ganzheitliches Bild über den vollständigen Körper, dessen individuelle Form, Beschaffenheit und Gewebequalität zu verschaffen. 

Bei der Behandlung löst der Osteopath mit sanften manuellen Techniken die osteopathischen Dysfunktionen im Gewebe. Dies sorgt lokal für eine bessere Durchblutung, der pH-Wert gleicht sich an, das Gewebe wird wieder elastisch und die Entzündungsreaktion kann zu einem Ende kommen. 

Jede Behandlung ist individuell auf den einzelnen Patienten mit seinen jeweiligen Problemen und Bedürfnissen abgestimmt. Wie viele Behandlungen in welchem Abstand nötig sind, hängt von der Symptomatik sowie der Schwere und Anzahl der Dysfunktionen ab. 

Mit welchen Beschwerden kann man sich von einem Osteopathen behandeln lassen? 

Viele Menschen glauben, dass man nur mit Rücken-, Knie- oder Schulterschmerzen zum Osteopathen gehen kann. Doch in der klassischen Osteopathie ist das Behandlungsspektrum wesentlich weiter gefasst. In unserer Praxis werden Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in allen Entwicklungsstadien und Lebensphasen behandelt. Durch die individuelle Untersuchung und Abstimmung auf den Patienten können sämtliche Krankheitsbilder behandelt werden wie, z.B. Migräne, Reizdarm, Beckenschiefstand, Schreibabys, orthopädische Probleme, etc. 

 

Jedoch unterliegt auch der Osteopath gewissen Einschränkungen. Dazu zählen Notfälle wie z.B. schwere Verletzungen nach einem Unfall, Herzinfarkt, Lungenembolie, Schlaganfall sowie einige Infektionskrankheiten, deren Behandlung nach dem Heilpraktikergesetz verboten sind. Krebspatienten werden in unserer Praxis ausschließlich komplementär zu einer schulmedizinischen Therapie bzw. palliativ behandelt. 

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Osteopathie in Deutschland 

Obwohl Osteopathie hierzulande inzwischen den meisten Menschen ein Begriff ist, wissen die wenigsten, dass es „Osteopathen“ in Deutschland als eigenständiges Berufsbild nicht gibt. Grundsätzlich muss man Arzt oder Heilpraktiker sein, um sich Osteopath nennen zu dürfen, jedoch ist gesetzlich nicht geregelt, wie lange man Osteopathie gelernt haben muss, um diese anbieten zu dürfen. Dies führt dazu, dass die Ausbildung und die Qualität der Behandlungen bei Osteopathen in Deutschland gravierende Unterschiede ausweist. 

Laut einer Studie des Verbands der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e. V.) ließ sich bis 2018 fast jeder fünfte Bundesbürger schon einmal osteopathisch behandeln. 

Dass Osteopathie gesetzlich geregelt wird, hält die Mehrheit der Befragten für wichtig. 

Um sicherzustellen, dass man bei dem Besuch einer osteopathischen Praxis den besten Behandlungsstandard erfährt, sollte man bei der Auswahl des Osteopathen auf folgende Qualitätskriterien achten: 

Je nach Vorbildung des Therapeuten sollte dieser ein Studium oder eine Ausbildung der Osteopathie von 4-5 Jahren vorweisen können. In dieser Zeit sollten 1500 – 4500 Stunden Unterricht absolviert worden sein. 

Der Therapeut führt neben der Bezeichnung Heilpraktiker oder Arzt einen akademischen Grad: Master of Science (M.Sc.) oder Bachelor of Science (B.Sc.).